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zollverein

dokumentation zum entstehen des werkes “zollverein”
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Malen als Dialog Ausstellung von Brigitte Schulte Kunstpalais Badenweiler vom 5.3.2016 – 10.4.2016 Die Künstlerin Brigitte Schulte beschreibt im Dialog mit dem Werk „Zollverein“ das Ringen um die Entstehung ihrer Bilder. Dialog mit dem Werk „Zollverein“! Bild: Warum bist Du mit mir unzufrieden, was fehlt Dir an mir? Ist es der Glanz, die fehlende Transparenz, ist die Farbe zu bunt, die Perspektive nicht perfekt? Ist es das Motiv? Warst Du mal wieder gedanklich zu weit weg, hast Du geträumt? Künstler: Du musst die nächsten Tage überstehen, musst es aushalten, als noch nicht fertig zu gelten! Ich muss es überschlafen, Dich immer wieder bei neuem Licht betrachten! Ich wollte Dich bunt gestalten, weil auch der „Ruhrpott“ heute bunt ist, aber es funktioniert nicht. Ich werde einige Teile an Dir übermalen, ruhiger werden lassen. Bild: Nun hast Du mich reduziert, die Farbe geändert, ein bisschen trist bin ich, ist es das jetzt? Künstler: Der „Pott“ ist trist, war trist. Man kann sein Gefühl, seine Erinnerungen nicht einfach austauschen. Leider, ich hätte ihn gerne bunt gesehen, aber es geht nicht. Ich werde noch mehr reduzieren. Es ist schwierig Dich nicht zu verletzen, das Wesentliche nicht zu übermalen. Aber was ist das Wesentliche an einem Bild? Bild: Ich stehe als Stahlgerüst, als Eingang in eine vergangene Zeit. Künstler: Hier war ich als Kind zu Hause, habe die Farben erkundet, habe mit vielen Stiften immer wieder gemalt, Bilder von Sonnen, die wir uns im düsteren Grau so sehnlichst wünschten. Das Grau hat mich geprägt. Ich sehe es nicht als eine Farbe von Traurigkeit, sondern als Farbe, die im Zusammenspiel mit anderen Farben wirkt und ein Bild trägt. Bild: Nun gut, mal mich grau und lass andere Farben mitspielen. Künstler: Das ist leichter gesagt als getan. Welche Farben lasse ich mitspielen. Ich liebe ocker, indigo, weiß, gelb. Vielleicht ein wenig grün. Aber nur wenig! Es ist überhaupt zu viel auf diesem Bild. Ich werde noch mehr reduzieren! Bild: Du hast mich reduziert, meine Stahlträger begradigt, hast Kontraste in mich hineingesetzt. Künstler: Es ist noch nicht gut, vielleicht soll es doch etwas bunter sein? Ich bin mir nicht sicher! Übermal ich es ganz, soll ich das Motiv verwerfen. Ich lasse es stehen und warte die nächsten Tage ab. Bild: Du hast noch mehr Kontraste in mich hinein gesetzt. Bist Du zufrieden. Künstler: Ich bin fast nie zufrieden und wenn, dann meistens nur für einen sehr kurzen Augenblick. Dann muss ich mir meistens sagen, dass das Bild nun fertig ist. Ich werde Deine weißen Felder weißer malen, die schwarzen schwärzer malen. Es muss gelingen. Das schwärzeste schwarz zu finden, ist eine Herausforderung. Ich habe es gefunden.